Delegation der ARB besucht Belgien

Innovative Teaching – unter diesem Motto stand auch die letzte Mobilität im Rahmen unseres aktuellen Erasmus+-Projekts „If a child doesn’t learn the way we teach, maybe we should teach the way a child learns“. In diesem von der europäischen Union finanzierten Projekt lernten Schüler und Lehrer unserer Schule während der verschiedenen Aufenthalte in den Partnerländern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Bildungssysteme kennen und machten sich auf die Suche nach innovativen Unterrichtsmethoden. Auf der Fahrt zum Königlichen Athenäum Eupen (KAE) im multilingualen Belgien, die vom 23. bis 29. April 2017 stattfand, lernten die teilnehmenden Schüler der 9b und die begleitenden Lehrkräfte Bastian Rauch und Sebastian Fischer viel Neues. Sei es in sprachlicher (die in Belgien ohnehin überall präsenten Sprachen Deutsch und Französisch wurden durch Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Litauisch, Russisch und Schwedisch ergänzt), kulinarischer (auf dem Tisch galt es flämische, walisische, deutsche und andere internationale Speisen zu entdecken) oder pädagogischer Hinsicht (zum Beispiel im Workshop „Creative School Lab“, in dem wir das Potential von Kreativität im alltäglichen Leben entdecken und für unterrichtliche Zwecke einsetzen lernten). Selbstverständlich nutzten wir die kurze Entfernung zur Landeshauptstadt Brüssel für einen Tagesausflug und einen Besuch des europäischen Parlaments, bei dem wir sogar die Gelegenheit erhielten, den Abgeordneten Pascal Arimont  zu treffen und von ihm eine kurze Einführung in die Funktionsweise und die Bedeutung des Parlaments zu bekommen. Im Anschluss beantwortete er sehr auskunftswillig Fragen, zum Beispiel über seine Arbeit im Parlament, zu seiner Meinung zum aktuellen Wahlkampf in Frankreich, zur Zukunft Europas und auch zu seinem Verdienst. Er gab uns auch Einblicke in aktuell laufende Gesetzgebungsverfahren wie z.B. Geoblocking im Internet (und z.B. die Folgen für Abonnenten von Streamingdiensten) oder die erst kürzlich beschlossene Abschaffung von Roaming-Gebühren, von der wir gerne schon während des Aufenthalts in Belgien profitiert hätten.
Auf dem Programm stand auch eine Fahrt ins nahe Aachen, das wir in einer Stadtrallye erkunden konnten sowie eine Wanderung im von vielen Wasserläufen durchzogenen Hohen Venn, einem Naturpark im hochgelegenen Moor zwischen der Eiffel und den Ardennen. Am letzten Tag erwartete uns dann noch ein Empfang im Parlament der deutschsprachigen Gemeinschaft, dem gesetzgebenden Organ der knapp 77000 in Ostbelgien lebenden Deutschsprecher. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Parlaments empfing uns der für Bildung und Forschung zuständige Minister Harald Mollers, der allen Teilnehmern für ihr Engagement für ein vereintes Europa dankte und Schülern wie Lehrern Mut für weitere internationale Zusammenarbeit machte.
Wie auch bei den vorangegangenen Treffen war es wieder eine Bereicherung, im Zusammenleben und der Zusammenarbeit mit Schülern, deren Familien und Lehrern aus verschiedensten Ländern Europas den eigenen Horizont zu erweitern, Vorurteile abzubauen, die eigenen kulturelle Identität zu hinterfragen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Dazu hatten Lehrer wie Schüler die Gelegenheit, neue Wege des Unterrichtens kennenzulernen und auszuprobieren. Dazu gehörten unter anderem von Schülern durchgeführte Physikstunden mit Experimenten, die Arbeit mit interaktiven Whiteboards und Workshops zur Erarbeitung landeskundlicher Themen. Wie die weltpolitische Lage eindeutig beweist, kann die Zukunft nur durch Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt erfolgreich gemeistert werden – diese Reise war ein weiterer Schritt in diese Richtung!